Jobs in Potsdam, die Stadt der Schlösser und Gärten
Was haben Olaf Scholz, Annalena Baerbock, Günther Jauch und Wolfgang Joop gemeinsam? Sie alle leben in einer der lebenswertesten Städte Deutschlands – in Potsdam. Die 180.000-Einwohner-Stadt an der Havel südwestlich von Berlin bringt es in der Deutschland-Studie des ZDF aus 2018, wo es sich am besten leben lässt, auf Rang vier aller 401 deutschen kreisfreien Städte und Landkreise. Im Bereich Freizeit und Natur landet Brandenburgs Landeshauptstadt sogar auf Rang 1. Kein Wunder, ist Potsdam doch durchzogen von Parks, Wäldern, Seen und Wasserwegen. Berühmt ist Potsdam aber vor allem für seine zahlreichen Schlösser, allen voran Schloss Sanssouci, und das Studio Babelsberg.
UNESCO I: Parks und Gebäude als UNESCO-Welterbe
Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Potsdam von Kurfürst Wilhelm zur Residenzstadt und später von Friedrich Wilhelm I. zum Garnisonsstandort ausgebaut. In der Zeit wurde unter anderem auch die Garnisonskirche gebaut, gegen deren derzeitigen Wiederaufbau sich unter den Potsdamer breiter Widerstand formierte. Für das Stadtbild maßgeblich verantwortlich wurde aber im 18. Jahrhundert Friedrich II. („der Große“). Er ließ in Potsdam seinen Sommersitz Schloss Sanssouci und später das Neue Palais sowie als Wintersitz das Stadtschloss bauen und legte die berühmten und weitläufigen Parkanlagen an. Auch sein Enkel Friedrich IV. ließ weitere prägende Bauten und Anlagen errichten. Potsdams Schlösser und Parks wurden bereits 1990 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Heute zählen dazu rund 500 Hektar Parkanlagen mit 150 Gebäuden aus der Zeit von 1730 bis 1916. Eines der berühmtesten Bauwerke mit Bezug zur deutsch-deutschen Geschichte ist die Glienicker Brücke, auf der die BRD und DDR seinerzeit Spione austauschten. Heute erkennt man den Übergang zwischen Ost- und Westdeutschland, zwischen Potsdam und Berlin, nur noch an der Beschaffenheit des Straßenbelags.
UNESCO II: Erste UNESCO Creative City of Film in Deutschland
Fast jeder aus der Welt, der Filme schaut, hat Potsdam auf dem (Bild-)Schirm. Denn hier befindet sich mit Studio Babelsberg seit 1912 das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt und das größte Filmstudio Europas. Hier entstand Fritz Langs Werk „Metropolis“, hier wurden unter anderem Die Tribute von Panem, Matrix Resurrections oder Inglourious Bastards produziert.
Rund um das Studio hat sich die Medienstadt Babelsberg gruppiert, in der über 2.000 Beschäftigte der Film- und Medienbranche in verschiedensten Disziplinen arbeiten. So befinden sich auf dem Areal unter anderem die Filmuniversität Babelsberg „Konrads Wolf“, das Sendezentrum des rbb, das Deutsche Filmorchester Babelsberg, das Deutsche Rundfunkmuseum, der Vergnügungspark Filmpark Babelsberg sowie diverse Agenturen und Produktionsgesellschaften.
Science auch ohne Fiction
Vor dem Hintergrund verwundert es nicht, dass an Potsdam nicht vorbeikommt, wer im Bereich Medien und Filmproduktion oder in der Tourismus-Branche tätig sein will. Zudem gibt es in der Landeshauptstadt ebenso wie im nahen, sogar per S-Bahn erreichbaren Berlin zahlreiche Möglichkeiten auf eine Karriere in der Bundes- oder Landesverwaltung oder in öffentlichen Institutionen und Unternehmen wie Sozialversicherungen, Kammern oder Geldinstituten.
Vor allem aber ist Potsdam auch ein bedeutender und traditioneller Wissenschafts- und Forschungsstandort. Auf drei Campussen ist die Universität Potsdam mit über 3.000 wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Beschäftigten vertreten. Neben der Filmuniversität Babelsberg findet man unter anderem auch staatliche und private Fachhochschulen. Dank mehr als 30 Forschungseinrichtungen in so unterschiedlichen Bereichen wie Geist und Gesellschaft, Geowissenschaften und Umwelt, Biologie und Leben oder Physik und Chemie ist Potsdam in Deutschland die Stadt mit den meisten Forschungseinrichtungen je Einwohner. Darunter sind renommierte Namen wie drei Max-Planck- und zwei Fraunhofer-Institute, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung oder das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
In einem solchen Umfeld lassen sich natürlich auch forschende und innovative Unternehmen nieder. Vor allem in den Bereichen Software und IT sowie Life Sciences und Gesundheitswirtschaft zählt die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg zu den Top-Adressen in Europa.
Leben im Grünen und Berlin vor der Tür
Potsdam ist zum Leben und Arbeiten ein idealer Standort – und das macht sich auch an ganz anderer Stelle bemerkbar: Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) erstellt für den Postbank Wohnatlas Kaufpreisprognosen für Wohnimmobilien für alle kreisfreien Städte und Landkreise. Bis 2035 soll die Wertsteigerung in Potsdam deutschlandweit am höchsten ausfallen.
Gehoben wohnt man rund um den Heiligen See in der Nauener oder Berliner Vorstadt. Besonders bunt ist es in Potsdam-West, während Babelsberg Menschen aus aller Welt anzieht. An den Stadtgrenzen entwickeln sich in Bornstedt, Bornim oder Waldstadt I und II grüne Kieze mit dennoch bester Erreichbarkeit der Innenstadt.
Und wer Erholung vom – je nach Betrachtung – beschaulichen oder hektischen Leben in einer 180.000-Einwohner-Stadt sucht, erreicht in 30 Minuten das pulsierende Berlin oder noch schneller Ruhe auf oder am Wasser im Potsdamer Umland.